Jury

Die erste Jury kam im Februar 2021 zusammen, um aus den Kandidat*innen der Longlist vier künstlerische Positionen für den Preis der Nationalgalerie 2021 auszuwählen. Zu den diskutierten Kriterien für die Nominierung zählen u.a.: ein hohes kreatives Potential, ein überzeugendes, bisheriges künstlerisches Œuvre und ein ungewöhnlicher, möglicherweise neuartiger künstlerischer Ansatz. Die Nominierten wurden am 10. März 2021 als Shortlist bekannt gegeben.

Eine zweite Jury wird aus den nominierten Künstler*innen die*den diesjährige*n Preisträger*in auswählen. Mehr zum Procedere des Preis der Nationalgalerie erfahren Sie hier.

Zweite Jury

Die Mitglieder der zweiten Jury wählen am 07. Oktober 2021 aus den vier nominierten Künstlerpositionen den*die Preisträger*in aus. Zur zweiten Jury gehören:

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Emre Baykal

Emre Baykal (1965, Istanbul) arbeitete als stellvertretender Direktor (1995-2000) und Direktor (2000-2005) der Istanbul Biennale und als Ausstellungsleiter bei santralistanbul (2005-2008). Seit 2008 ist er bei Arter als Ausstellungsleiter und Kurator tätig. Im Jahr 2013 wurde er zum Kurator des türkischen Pavillons auf der 55. Biennale von Venedig ernannt, seit 2016 ist er Chefkurator von Arter.

Baykal hat zahlreiche Gruppenausstellungen kuratiert, darunter „Precaution“ (Arter, 2021), „What Time is It?“ (mit Eda Berkmen, Arter, 2019-2020), „Envy, Enmity, Embarrassment“ (Arter, 2013), „Tactics of Invisibility“ (mit Daniela Zyman; T-B A21, Tanas; Arter, Arter, 2010-2011) und „Mahrem“ (santralistanbul; Kunsthalle Wien Project Space; Tanas, 2007-2008). Zu den Einzelausstellungen, die er im Rahmen des Arter-Programms kuratierte, gehören Ayşe Erkmen (Whitish, 2019-2020), Ali Kazma (Timemaker, 2015), Füsun Onur (Through the Looking Glass, 2014) und Mona Hatoum (You Are Still Here, 2012). Baykal hat an zahlreichen Publikationen und Ausstellungskatalogen mitgewirkt und ist Autor von „Sarkis, Çaylak Sokak“ (2019), das in der Reihe Close-Up von Arter veröffentlicht wurde.

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Sven Beckstette

Sven Beckstette ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin. 2008 wurde er zum Thema „Das Historienbild im 20. Jahrhundert“ an der Freien Universität zu Berlin promoviert. 2009/10 folgte ein Volontariat am Lenbachhaus, München. Von 2010 bis 2012 war er leitender Redakteur des Magazins Texte zur Kunst, dessen Beirat er angehört. Zwischen 2012 und 2016 war er Kurator am Kunstmuseum Stuttgart.

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Gabriele Knapstein © Staatliche Museen zu Berlin

Dr. Gabriele Knapstein ist Kunsthistorikerin und Kuratorin und seit 2016 Leiterin des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin. Nach einem Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Freiburg im Breisgau, Bochum und Berlin promovierte sie 1999 in Kassel mit einer Dissertation über die Event-Partituren des Fluxus-Künstlers George Brecht. Seit 1994 war sie als Kuratorin tätig, u.a. für das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart. Seit 2003 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit 2012 als Ausstellungsleiterin für die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, für die sie zahlreiche Sonderausstellungen und Sammlungspräsentationen konzipierte, u.a. “Bruce Nauman. Dream Passage” (2010), “Ryoji Ikeda. db” (2012), “Wall Works” (2013), “Susan Philips. Part File Score” (2014), “Black Mountain. Ein interdisziplinäres Experiment 1933-1957” (2015), “moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume” (2017), “Hello World. Revision einer Sammlung” (2018), “Cevdet Erek. Bergama Stereo” (2019), „Katharina Grosse. It Wasn’t Us“ (2020).

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Emma Lavigne © Manuel Braun

Als ausgebildete Kunsthistorikerin ist Emma Lavigne seit September 2019 Präsidentin des Palais de Tokyo und wird am 1. November 2021 als Direktorin zur Pinault Collection wechseln.

Von 2000 bis 2008 war sie Kuratorin an der Cité de la musique in Paris, wo sie ein ehrgeiziges multidisziplinäres Programm aufbaute, bevor sie als Kuratorin für zeitgenössische Kunst an das Centre Pompidou wechselte, wo sie große Ausstellungen wie elles@centrepompidou, „Dance Your Life“ oder die monographischen Ausstellungen von Pierre Huyghe und Dominique Gonzalez-Foerster kuratierte oder mitkuratierte. Seit 2014 ist sie Direktorin des Centre Pompidou-Metz (wo sie u.a. folgende Ausstellungen kuratierte: „Warhol Underground“, „Infinite Garden“, „Modern Couples“, „Yves Klein: The Sky as Studio“, sowie Einzelausstellungen von Rebecca Horn und Susanna Fritscher). Sie war auch Kuratorin des französischen Pavillons auf der Biennale von Venedig 2015, wo sie das Werk von Céleste Boursier-Mougenot präsentierte, und kuratierte die gesamte 15. Biennale von Lyon. 2019 lud sie die Künstlerin Kimsooja für ein Soloprojekt im Rahmen der ersten Ausgabe des Festivals Traversées in Poitiers ein. Im Palais de Tokyo war sie Co-Kuratorin der Carte blanche-Einzelausstellung der deutschen Künstlerin Anne Imhof mit dem Titel „Natures Mortes“ im Jahr 2021.

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Yesomi Umolu

Yesomi Umolu ist eine führende zeitgenössische Kuratorin. Derzeit ist sie Direktorin für kuratorische Angelegenheiten und öffentliche Praxis bei den Serpentine Galleries. Zuvor war Umolu Direktorin und Kuratorin des Logan Center Exhibitions an der University of Chicago, wo sie ein ehrgeiziges Programm internationaler zeitgenössischer Kunst mit Schwerpunkt auf neuen interdisziplinären Praktiken leitete. Bevor sie zum Logan Center kam, war Umolu als Kuratorin am MSU Broad Museum, am Walker Art Center und bei der Manifesta 8, der europäischen Biennale für zeitgenössische Kunst, tätig. Umolu war Gastdozentin und Kritikerin an zahlreichen Universitäten, unter anderem am Williams College, am University College London, an der University of Michigan und an der University of the Witwatersrand, Johannesburg. Sie war Mitglied des Kuratoriums für den amerikanischen Pavillon auf der 16. Architekturbiennale in Venedig. Sie ist Kuratorin der Graham Foundation for Advanced Studies in the Fine Arts, Chicago.

Erste Jury

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Foto: China Hopson

Seit November 2020 ist Adam Budak Direktor der Kestner Gesellschaft Hannover. Zuvor war er als künstlerischer Direktor der Nationalgalerie Prag (2014 – 2020), als Kurator für zeitgenössische Kunst am Hirshhorn Museum and Sculpture Garden (Washington DC; 2012 – 2013) sowie am Kunsthaus Graz (Universalmuseum Johanneum, Österreich; 2003 – 2011) tätig. Budak hat zahlreiche Ausstellungen kuratiert, darunter die Manifesta 7, Trentino Alto Adige (2008), den polnischen Pavillon auf der Architekturbiennale in Venedig (2004) sowie den estnischen Pavillon auf der Kunstbiennale in Venedig (2013), zwei Ausgaben der Prague Biennale, drei Ausgaben der Biennale Gherdëina und der Trienala Ladina. Eines seiner letzten Projekte ist eine retrospektive Ausstellung zu Adrian Paci in der albanischen Nationalgalerie in Tirana (2019). Budak interessiert sich insbesondere für Interdisziplinarität in der zeitgenössischen Kunst und die Ontologie des Bildes.

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Foto: privat

Andrea Lissoni ist künstlerischer Geschäftsführer am Haus der Kunst in München. Er hat Moderne Kunstgeschichte an der Universität Pavia studiert und wurde an der Universität Udine sowie an der Université Paris 1 promoviert. Lissoni war Professor an der Accademia di Belle Arte di Brera in Mailand (2001 – 2013) und an der Università Bocconi (2007 – 2013) in Mailand. Er sitzt im Vorstand von Film London und ist Vorstandsmitglied des EYE Prize, Amsterdam. Er war zuvor Senior Curator, International Art (Film) an der Tate Modern (2014 – 2020) und Kurator am HangarBicocca, Mailand. Er ist Mitbegründer des unabhängigen künstlerischen Netzwerks Xing und Co-Direktor des internationalen Festivals Netmage in Bologna (Live Arts Week seit 2011). 2012 gründete Lissoni das Online-Kino Vdrome, das er seitdem mit Filipa Ramos betreibt. 2018 war er Co-Kurator der Biennale de l’Image en Mouvement The Sound of Screens imploding am Centre d’Art Contemporain Genève (OGR Torino, 2019). 2019 arbeitete er an der Eröffnung des CCA Tashkent, dem ersten öffentlichen Zentrum für zeitgenössische Kunst in Usbekistan, wo er die Einzelausstellung Qo’rg’on Chiroq von Saodat Ismailova kuratierte. Mit Nicholas Serota und Katy Wan war er Co-Kurator der Wanderausstellung Bruce Nauman (Tate Modern, 2020).

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Foto: James Gifford-Mead

Dr. Zoé Whitley ist seit März 2020 Direktorin der Chisenhale Gallery im Londoner East End. Als führender gemeinnütziger, von Künstler*inen gegründeter Raum unterstützt Chisenhale Gallery mit der Erteilung von Aufträgen die Produktion neuer Kunstwerke von aufstrebenden britischen und internationalen Künstler*innen. Im Jahr 2020 kuratierte Whitley die bei der Frieze London die thematische Gruppenausstellung Possessions, die sich mit Spiritualität und zeitgenössischer Kunst beschäftigte, und war Co-Kuratorin der Ausstellung Elijah Pierce’s America in der Barnes Foundation in Philadelphia. Zu den von ihr bisher kuratierten Ausstellungen zählen die Präsentation von Cathy Wilkes im Britischen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2019 und die preisgekrönte Ausstellung Soul of a Nation: Art in the Age of Black Power. Sie schreibt über zeitgenössische Künstler sowie über Designer des 20. Jahrhunderts, darunter auch ein Kinderbuch über Frank Bowling und ein demnächst erscheinender Titel in derselben Reihe über Sophie Taeuber-Arp.
Sie ist Mitglied des britischen Arts Council Collection Committee von 2020/21. Whitley ist im Vorstand von Creative Access, der einzigen Organisation in Großbritannien, die sich der Rekrutierung unterrepräsentierter Talente in der Kreativbranche widmet, und dem Decolonising Arts Institute an der University of the Arts London. Zuvor war sie unter anderem Senior Curator (Hayward Gallery), Kuratorin für internationale Kunst (Tate Modern) und Kuratorin für zeitgenössische Programme.

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Foto: Alexandra Ivanciu

Franciska Zólyom ist Kuratorin und Direktorin der GfZK – Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig. Gemeinsam mit Künstler*innen und Expert*innen (des Alltags) untersucht die GfZK gesellschaftliche Transformationsprozesse und transkulturelle Phänomene: Welche Resonanz erzeugt künstlerische Arbeit in dem kulturellen, politischen und ökonomischen Kontext, in dem sie stattfindet? Was können ästhetische Forschung und kritische Analyse zur Formulierung von individuellen und kollektiven Handlungsweisen und Haltungen beitragen? Viele kuratorische Projekte von Franciska Zólyom, etwa Little Warsaw: The Battle of the Inner Truth, Experimental Jetset: Provo Station oder Natascha Süder Happelmann: Ankersentrum, gehen diesen Fragen nach und entfalten sich in interdisziplinären und kollaborativen Prozessen. Gleichzeitig sind diese Projekte wichtig, um die Institution selbst und die Beziehungen, die die GfZK mit verschiedenen Akteuren eingeht, auszugestalten.