Jury

Die erste Jury für den Preis der Nationalgalerie 2017 setzt sich aus Direktoren und Kuratoren zusammen, die im Bereich der zeitgenössischen Kunst tätig sind, und wird von der Nationalgalerie und den Freunde der Nationalgalerie gewählt. Zudem gehören auch stets zwei Mitglieder der Deutschen Filmakademie der ersten Jury an.

Diese erste Jury kam im Februar 2017 zusammen, um aus den vorgeschlagenen Kandidaten zunächst vier Künstlerinnen und Künstler für den Preis der Nationalgalerie 2017 auszuwählen. Die vier nominierten Künstlerinnen Sol Calero, Iman Issa, Jumana Manna und Agnieszka Polska wurden am 9. März 2017 bekannt gegeben.

Im Juli 2017 kommt die erste Jury noch einmal zusammen und entscheidet über den Gewinner des Förderpreises für Filmkunst, der im Zuge der Preisverleihung am 20. Oktober 2017 bekannt gegeben wird.

Eine zweite Jury, bestehend aus international bedeutenden Direktoren und Kuratoren der zeitgenössischen Kunst wird im Mai 2017 im Rahmen eines Empfangs der Nationalgalerie zur Eröffnung der Biennale von Venedig bekannt gegeben. Sie wird ebenfalls von der Nationalgalerie gemeinsam mit den Freunden der Nationalgalerie gewählt.

Nach Eröffnung der Shortlist-Ausstellung im September 2017 kommt diese zweite Jury zusammen, um aus den vier nominierten Künstlern den Preisträger auszuwählen und als Gewinner des Preis der Nationalgalerie 2017 in einer feierlichen Zeremonie bekannt zu geben.

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Erste Jury

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Foto: Joachim Gern

Meret Becker ist eine Künstlerin mit vielen Gesichtern: Schauspielerin, Komponistin, Sängerin, Produzentin. Anfang der 1990er Jahre wurde sie dem breiten Kinopublikum mit Sönke Wortmanns “Kleine Haie” bekannt. Den Grimme-Preis als Beste Nachwuchsdarstellerin bekam sie 1991 für “Fremde Liebe Fremde” verliehen.  Im Jahr 1993 erhielt sie für ihre Rollen in Margarethe von Trottas “Das Versprechen” und in Dominik Grafs “Die Sieger” den Bayerischen Filmpreis.  Für “Comedian Harmonists” bekam sie 1997 den Deutschen Filmpreis und die Goldene Kamera. Im gleichen Jahr zählte sie zum Starensemble von Helmut Dietls “Rossini”. Zu ihren bekannten Kinofilmen zählen des weiteren “Pünktchen und Anton” (1998), “Komm näher” (2006), “Boxhagener Platz” (2010) und “Feuchtgebiete” (2013). Meret Becker steht konstant für Film und Fernsehen vor der Kamera. Seit 2014 ermittelt sie als „Nina Rubin“, an der der Seite von Mark Waschke, den Berliner Tatort. Auf der Bühne spielte sie in den legendären Inzenierungen “Im Weißen Rössl” 1994, “Sid & Nancy” 1995, “Die sieben Todsünden” unter der Regie von Pina Bausch, sie gab den “Pierrot Lunaire” unter der Leitung von Kent Nagano und spielt derzeit unter der Regie von Claus Peymann am Berliner Ensemble. Als Sängerin und Musikerin steht sie seit gut 25 Jahren vor nationalem und internationalem Publikum auf der Bühne und hat diverse CDs veröffentlicht. Im Herbst 2012 erhielt sie aus der Hand von Bundespräsident Gauck „für besonderes künstlerisches und gesellschaftliches Engagement“ das Bundesverdienstkreuz.

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Foto: Dorothee Falke

Alexander Beyer studierte nach dem Abitur an der Schauspielschule Ernst Busch. 1997 debütierte er in Frank Beyers Version von „Der Hauptmann von Köpenick“.
Dem deutschen Publikum wurde Beyer als bester Freund des Träumers Micha in Leander Haußmanns Komödie „Sonnenallee“ (1999) bekannt. Seither hat er in mehreren Filmen, die die DDR, Ost-Berlin und Ostdeutschland thematisieren, mitgewirkt, etwa in Volker Schlöndorffs „Die Stille nach dem Schuss“ (2000), dem skurrilen Drama „Maria am Wasser“ von Thomas Wendrich (2009) und in Wolfgang Beckers Tragikomödie „Goodbye, Lenin!“ (2003). Nach zahlreichen weiteren Kinorollen und Fernsehauftritten gelang Alexander Beyer auch international der Durchbruch, als er 2007 eine der drei Hauptrollen in Robert Dornhelms vierteiliger TV-Verfilmung von Leo Tolstois „Krieg und Frieden“ übernahm. Internationale Erfahrung sammelte er in Alexander Buravskys Weltkrieg-Epos „Leningrad“ (2009) sowie in Spike Lees Kriegsfilm „Miracle at St. Anna“ (2008). Zuletzt sorgte er mit seiner Rolle  als „DDR-Schläfer“ Tobias Tischbier in der international und national gefeierten TV-Serie „Deutschland 83“ (2015) für Aufmerksamkeit und war in der TV-Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“ (2016) zu sehen. In „Burg Schreckenstein“ war er 2016 zuletzt auf der Kinoleinwand zu sehen.

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Foto: Mark Blower

Natasha Ginwala ist Kuratorin, Wissenschaftlerin und Autorin. Zurzeit ist sie als Kuratorin der Contour Biennale 8 und kuratorische Beraterin für die documenta 14 (2017) tätig. Zu aktuelleren Projekten zählen My East Is Your West mit Shilpa Gupta und Rashid Rana auf der 56. Biennale von Venedig, Still Against the Sky im KW Institut für zeitgenössische Kunst in Berlin und Corruption: Everybody Knows… mit e-flux, New York im Rahmen des SUPERCOMMUNITY-Projekts. Sie war Mitglied des künstlerischen Teams der 8. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst (mit Juan A. Gaitán) und kuratierte The Museum of Rhythm auf der Taipei Biennale 2012 (mit Anselm Franke) und am Muzeum Sztuki 2016–2017 (mit Daniel Muzyczuk). Ginwala schreibt über zeitgenössische Kunst und visueller Kultur in diversen Fachzeitschriften und hat zu zahlreichen Publikationen beigetragen.

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Foto: Alain Bublex

Alice Motard ist Chefkuratorin am CAPC Musée d’Art Contemporain in Bordeaux. Sie arbeitete von 2008 bis 2013 als stellvertretende Direktorin und Ausstellungsleiterin bei Raven Row in London, wo sie unter anderem die Gruppenausstellung Unto This Last (2010) kuratierte sowie The Stuff That Matters (2012), die erstmalige Ausstellung der historischen Textil-Sammlung von Seth Siegelaub, und die erste posthume Retrospektive des Werkes des tschechischen Künstlers Běla Kolářová (2013) co-kuratierte. Von 2014 bis 2016 war sie Kuratorin bei Spike Island in Bristol, wo sie ein Off-Site Projekt von Gareth Moore und die ersten Einzelausstellungen von Anna Franceschini, Isabelle Cornaro, Reto Pulfer, Michael Beutler und Xavier Antin in einem öffentlichen Ausstellungsraum im Vereinigten Königreich realisierte. Sie hat einen Master in Curating Contemporary Art vom Royal College of Art in London und einen Master in Kunstgeschichte von der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne/Freie Universität Berlin.

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Foto: Victoria Tomaschko

Alya Sebti ist seit April 2016 Leiterin der ifa-Galerie Berlin. Sie hatte die künstlerische Leitung für die 5. Marrakech Biennale 2014 inne und ist ein Vorstandsmitglied der Internationalen Biennale Association. Jüngst kuratierte sie unter anderem die Ausstellungen Caverne mit Hicham Berrada (Wentrup Galerie, Berlin, 2015), Carrefour / Treffpunkt (ifa-Galerien Stuttgart und Berlin, 2015), Casablanca, black energy (Le Manège, Mons, 2015), Now eat my script: Mounira Al Solh (KW, Berlin, 2015), You never left: Youssef Nabil (Galerie HD, Casablanca, 2011) und Reza Aramesh / Shadi Ghadirian (Rabat, 2010). Von 2012 bis 2014 initiierte sie eine Reihe von Online-Ausstellungen mit Arte East über zeitgenössische Kunst in Marokko, Algerien und Tunesien. Sie schrieb und lehrte über Kunst und öffentlicher Raum, Biennalen und transkulturelle Kunst-Praktiken.