Preis der Nationalgalerie 2021: Shortlist

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© Isabel O’Toole
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Lamin Fofana, BLUES, Ausstellungsansicht Mishkin Gallery, Baruch College, New York, 2019 © Lamin Fofana

Lamin Fofana

(lebt in Berlin)

Lamin Fofanas Erfahrungen in der Bewegung zwischen Afrika, Nordamerika und Europa sind spürbar in seiner experimentellen Herangehensweise an die Schaffung akustischer Environments. Entscheidend im Kontext dieser Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit historischen Formen des Schwarzen kritischen Denkens, einschließlich der Schriften von Amiri Baraka, W. E. B. Du Bois und Sylvia Wynter. Seine Arbeit geht jedoch über den Akt des Übersetzens hinaus, um Raum für gemeinsame Erfahrungen und ein geschärftes Bewusstsein zu schaffen. Dabei schlägt er eine aktive und offene Praxis des Zuhörens vor, eine Fähigkeit, die eine wesentliche Voraussetzung für das Zusammenleben darstellt.

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© Calla Henkel & Max Pitegoff
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Calla Henkel & Max Pitegoff, Exterior Genthiner 40, 2020 © Calla Henkel & Max Pitegoff / Galerie Isabella Bortolozzi

Calla Henkel und Max Pitegoff

(geboren 1988 in Minneapolis, USA bzw. 1987 in Buffalo, USA; beide leben in Berlin)

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben Calla Henkel und Max Pitegoff den sozio-urbanen Wandel Berlins und über die Stadt hinaus sowohl dokumentiert als auch beeinflusst. Vor diesem Hintergrund ist ihre Arbeit sehr zeitgemäß, die sich aus der Tradition der dokumentarischen Fotografie heraus entwickelt hat, und die bewirkt und mit einschließt, dass kreative Gemeinschaften und Räume entstehen. Ihre Arbeiten entwickeln sich aus der gelebten Erfahrung und stellen entscheidende Fragen darüber, was gezeigt und was bewahrt werden soll. So entsteht eine Vielzahl von Narrativen um miteinander geteilte Situationen.

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© Sjur Einen Sævik
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Sandra Mujinga, Ghosting, 2019, Installationsansicht Kunsthal Charlottenborg, Copenhagen © Sandra Mujinga / Croy Nielsen, Vienna, The Approach, London / David Stjernholm

Sandra Mujinga

(geboren 1989 in Goma, Demokratische Republik Kongo; lebt in Berlin und Oslo)

In ihrer anregenden und energiegeladenen Arbeit findet Sandra Mujinga Bilder und Raumgefüge für flüchtige Welten, die über das anthropozentrische Paradigma hinausweisen. Mit einer Vorstellung von Raum sowohl als Ausstellungsraum wie auch als weiter gefasster sozialer Kategorie kommentiert sie in ihrer Arbeit Situationen und Orte, insbesondere solche, die sich selbst als offen verstehen. Indem sie Zwischenzustände nicht nur abtastet, sondern auch umgestaltet und in verschiedenen Medien teilt, stellt sie etablierte Prinzipien des Da-Seins und der Skulptur in Frage.

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© Diana Phammatter
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Sung Tieu, No Gods, No Masters, 2017, HD-Video und 4-Kanal-Ton, Dauer: 00:19:13 min, Filmstill © Sung Tieu / Emalin, London and Sfeir-Semler, Hamburg & Beirut

Sung Tieu

(geboren 1987 in Hai Duong, Vietnam; lebt in Berlin)

Indem Sung Tieu eine große Bandbreite künstlerischer Medien wie Installationen, Ton, Text, Video und öffentliche Interventionen nutzt, schafft sie formal minimalistische und eindrucksvolle Environments, die unmittelbar sinnlich und körperlich erfahrbar sind. Ausgehend von ihrem Interesse an Psychoakustik zeigen ihre Arbeiten auf, wie Klang als invasives Werkzeug verwendet werden kann, um individuelle und kollektive Verhaltensweisen, Überzeugungen und Begierden zu manipulieren. Geprägt von widerstreitenden Mechanismen der Fürsorge und der Kontrolle sowie unbeständigen räumlichen und sozialen Verhältnissen, die spürbare Auswirkungen auf das Leben in der Diaspora haben, untersucht sie die Ausbreitung von Informationen wie die Bewegung von Menschen, Gütern und Waren auf fesselnde Weise.