Jury

Im Februar 2019 traf sich die erste Jury für den Preis der Nationalgalerie 2019. Aus den zahlreichen für die Longlist vorgeschlagenen Künstler*innen wählte sie in intensiven Gesprächen vier Positionen aus, die sie als wichtige und wegweisende Akteure in der gegenwärtigen künstlerischen Landschaft erachtet. Diese vier Nominierten wurden am 1. März 2019 um 22 Uhr im Rahmen der öffentlichen Shortlist-Party im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin bekannt gegeben. Ihre gemeinsame Shortlist-Ausstellung mit aktuellen Werken wurde am 15. August 2019 ebendort eröffnet.

Eine zweite Jury wird aus den vier nominierten Künstler*innen die*den diesjährige*n Preisträger*in auswählen und in einer festlichen Veranstaltung am 12. September 2019 auszeichnen. Ebenfalls an diesem Abend wird die Nationalgalerie gemeinsam mit der Deutschen Filmakademie auch den Förderpreis für Filmkunst verleihen, über den die oben genannte Jury in einem zweiten Treffen im Juli 2019 entscheiden hat. Mehr zum Procedere des Preis der Nationalgalerie erfahren Sie hier.

Zweite Jury

Am 9. Mai 2019 wurden die Mitglieder der zweiten Jury bekannt gegeben, die im Herbst dieses Jahres aus den vier nominierten Künstler*innen den*die Gewinner*in auswählt. Zur zweiten Jury gehören:

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Foto: Fergal Phillips

Annie Fletcher ist Direktorin des IMMA – Irish Museum of Modern Art und bereitet momentan den 30. Jahrestag des Museums 2021 vor. Zuvor hatte Fletcher verschiedene Positionen inne, unter anderem als Chief Curator am Van Abbemuseum, Eindhoven, als Tutor bei de Apel, Amsterdam, am Dutch Art Institute und an der Design Academy Eindhoven. Sie hat für internationale Kunstinstitutionen wie SALT Istanbul, das New Museum, New York und das Netzwerk L’Internationale gearbeitet. 2012 war Fletcher Kuratorin der EVA International, der irischen Biennale für zeitgenössische Kunst. Sie ist regelmäßig Teil internationaler Jurys, so 2014 für den Turner Prize und 2016 als Mitglied des Auswahlkomitees für den irischen Pavillon in Venedig. Annie Fletcher hat zahlreiche Ausstellungen kuratiert, darunter mit der Otolith Group, Qiu Zhijie, Hito Steyerl, Sheela Gowda und David Malkjovic jeweils im Van Abbemuseum. Daneben realisierte sie Projekte wie das Museum of Arte Util am Van Abbemuseum (2013) zusammen mit Tania Bruguera, das zweijährige Programm Be(com)ing Dutch und das Langzeitprojekt If I Can’t Dance, I Don’t Want To Be Part Of Your Revolution zusammen mit Frederique Bergholtz und Tanja Elstgeest (2005-10). Annie Fletcher schreibt außerdem regelmäßig für Magazine wie AfterallMetropolis M und andere Publikationen.

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Foto: Michael Mann

Anna-Catharina Gebbers ist Kuratorin für Medien- und Performancekunst an der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, wo sie Ausstellungen von Anne Imhof (Forever Rage, 2015, und Angst II, 2016) und Julian Rosefeldt (Manifesto, 2016) verantwortete sowie Gruppenausstellungen wie moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume (2017) und das Ausstellungskapitel Making Paradise. Places of Longing from Paul Gauguin to Tita Salina  (in Zusammenarbeit mit Grace Samboh und Enin Supriyanto) für Hello World. Revision einer Sammlung (2018). Demnächst: Micro Era. Medienkunst aus China (Kulturforum, 2019) und Embodied Histories – Entangled Histories (Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, MAIIAM, Chiang Mai, Galeri Nasional Indonesia, Jakarta, 2019-2021 co-kuratiert mit Gridthiya Gaweewong, Grace Samboh, Siuli Tan, June Yap). Zu den bisherigen Ausstellungen zählen Christoph Schlingensiefs Retrospektive (KW Institut für zeitgenössische Kunst, Berlin und MoMA PS1, New York, zusammen mit Klaus Biesenbach und Susanne Pfeffer, 2013–14) sowie Ausstellungen mit Künstlern wie Kader Attia, Felix Gonzales-Torres, Thomas Schütte, Santiago Sierra, Milica Tomić. Gebbers ist außerdem Redakteurin bei polar – Politik, Theorie, Alltag.

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Udo Kittelmann, Foto: Juliane Eirich

Udo Kittelmann ist seit 2008 Direktor der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin. Seine langjährige Arbeit als Kurator und Museumsdirektor ist davon geprägt, neben dem institutionellen Umgang mit der Kunst die kuratorische Praxis immer wieder aufs Neue zu hinterfragen. Diese Auseinandersetzung beschränkt sich nicht auf ästhetische Dimensionen, sondern verstärkt sich mit einem Bewusstsein für den jeweiligen soziopolitischen Kontext. Zu seinen jüngsten Projekten gehören Anne Imhofs Angst II (2016) und Adrian Pipers The Probable Trust Registry. The Rules of the Game #1‒3 (2017) im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, George Condo. Confrontation (2016) im Museum Berggruen – Staatliche Museen zu Berlin und The Boat Is Leaking. The Captain Lied (2017) mit Alexander Kluge, Thomas Demand und Anna Viebrock in der Fondazione Prada, Venedig, sowie Hello World. Revision einer Sammlung (2018), das Projekt Flying Steps & OSGEMEOS inszenieren Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ (2019), und Andreas Mühe. Mischpoche (2019) im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin.

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Philippe Vergne, Foto: Joaquim Norte

Philippe Vergne ist seit 2019 Direktor des Serralves Museum of Contemporary Art in Porto. Von 2014 bis 2018 war er Direktor des Museum of Contemporary Art in Los Angeles (MOCA). Davor fungierte Vergne fünf Jahre lang als Direktor der Dia Art Foundation in New York, außerdem als Deputy Director und Chief Curator am Walker Art Center in Minneapolis, wo er mehr als 25 internationale Ausstellungen, Residencies und die Gebäudeerweiterung durch Herzog & de Meuron realisierte, sowie als Direktor des Musée d’Art Contemporain (MAC) in Marseille. Seit 1992 organisiert und kuratiert Vergne Einzelausstellungen, Gruppenausstellungen und thematische Ausstellungen, unter anderem zu Carl André, Yves Klein, Huang Yong Ping und Kara Walker sowie 2006 als Co-Kurator zusammen mit Chrissie Iles die Whitney Biennale. Vergne hat als Herausgeber und Beiträger an zahlreichen Büchern und Katalogen mitgewirkt und für wichtige Kunstzeitschriften geschrieben. 2014 wurde Philippe Vergne die Légion d’honneur in Anerkennung seines 24-jährigen Engagements für die Kunst verliehen. Die Französische Regierung hat ihn außerdem 2004 zum Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres ernannt.

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Theodora Vischer, Foto: Mischa Christen

Dr. Theodora Vischer ist seit 1992 als Kuratorin von Sammlungen und Ausstellungen aktiv und hat Einsitz in diversen Fachgremien. 2001 bis 2010 war sie Gründungsdirektorin des Schaulagers in Münchenstein/Basel. Seit 2011 ist sie Senior Curator an der Fondation Beyeler in Basel. Vischer kuratiert seit den 1990er Jahren Ausstellungen mit Künstlerinnen und Künstlern wie Tacita Dean, Robert Gober, Elizabeth Peyton, Dieter Roth oder Andrea Zittel, oder in den letzten Jahren mit Marlene Dumas, Wolfgang Tillmans, Roni Horn und Tino Sehgal. Sie ist Herausgeberin und Autorin von zahlreichen Publikationen.

Erste Jury

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Foto: Heide Prange

Nikola Dietrich ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. Seit 2018 ist sie Direktorin des Kölnischen Kunstvereins, nachdem sie von 2008 bis 2013 die Leitung des Museums für Gegenwartskunst Basel innehatte. Dort hat sie unter anderem Ausstellungen von Henrik Olesen, Hilary Lloyd, Rodney Graham, Monica Bonvicini / Tom Burr, Tim Rollins & K.O.S., Robert Gober sowie die Ausstellung Tell it to my heart. Collected by Julie Ault kuratiert. Von 2004 bis 2007 war sie Kuratorin am Portikus in Frankfurt, wo sie zahlreiche Ausstellungen und begleitende Publikationen realisiert hat, darunter Projekte mit Francis Alys, John Baldessari, Judith Hopf, Paulina Olowska und Bonnie Camplin. Nikola Dietrich ist seit 2014 außerdem Mitherausgeberin des in Berlin verlegten Starship Magazins.

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Foto: Matthias Bothor

Doris Dörrie ist Schriftstellerin und Filmemacherin. Nach Studienaufenthalten in Kalifornien und New York studierte die gebürtige Hannoveranerin von 1975 bis 1978 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München (HFF München). Der Durchbruch als Regisseurin gelang ihr 1985 mit dem Kinoüberraschungserfolg Männer. Seitdem sind zahlreiche weitere Kino-, Theater- und Opernarbeiten entstanden, darunter Bin ich schön? (1998), Nackt (2002), Kirschblüten – Hanami (2008), Mozarts Don Giovanni an der Hamburger Staatsoper (2011) sowie aktuell Kirschblüten und Dämonen (2019). Neben ihrer Tätigkeit als Regisseurin unterrichtet Dörrie seit 1997 als Professorin an der HFF München, seit 2009 als Leiterin des Lehrstuhls Creative Writing, und ist Autorin zahlreicher Romane und Erzählungen. Zu ihren bislang 23 Buchveröffentlichungen zählen unter anderem die Kinderbuchreihen Lotte und Mimi sowie zuletzt der Jugendroman In einem fremden Wald (2017). Doris Dörrie wurde neben vielen anderen Auszeichnungen mit dem Deutschen Filmpreis (u.a. 1986), dem Bayerischen Filmpreis (u.a. 1998), dem Grimme-Preis (2011) und dem Bundesverdienstkreuz (1996) geehrt.

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Foto:

Marina Fokidis ist Kuratorin, Schriftstellerin und Herausgeberin der Zeitschrift South as a State of Mind. Sie ist Gründerin des 2012 ins Leben gerufenen Magazins South as a State of Mind, einem zweimal im Jahr erscheinenden Kunst- und Kulturmagazin, und der Kunsthalle Athena, deren künstlerische Leitung sie ebenfalls übernommen hat. Fokidis hat das künstlerische Büro der documenta 14 in Athen geleitet und war ab 2015 als kuratorische Beraterin der documenta 14 in Athen tätig. Sie war unter anderem Co-Kuratorin der dritten Thessaloniki Biennale for Contemporary Art (2011), Kuratorin des Griechischen Pavillons auf der 51. Biennale von Venedig (2003) sowie Co-Kuratorin der ersten Tirana Biennale (2001). Neben ihrer kuratorischen Tätigkeit hatte Marina Fokidis Lehraufträge an der Universität der Künste Berlin (2017) und zahlreichen anderen Einrichtungen.

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Foto: privat

Ulrich Matthes wurde in Berlin geboren, wo er in den frühen 1980er-Jahren Schauspielunterricht bei Else Bongers nahm sowie Deutsche und Englische Literatur studierte. Erste Theatererfahrungen sammelte er am Theater Krefeld und Mönchengladbach, am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Bayerischen Staatsschauspiel. 1988 wurde Matthes Ensemblemitglied an den Münchner Kammerspielen, ab 1992 spielte er Hauptrollen an der Berliner Schaubühne und seit der Spielzeit 2004/2005 ist er Mitglied im Ensemble des Deutschen Theaters in Berlin. Neben seiner Theatertätigkeit war Matthes in zahlreichen Filmproduktionen zu sehen, darunter Tom Tykwers Winterschläfer und Volker Schlöndorffs Der neunte Tag. Für seine Rolle im Fernsehfilm Im Schmerz geboren aus der Tatort-Reihe wurden ihm 2015 der Grimme-Preis und die Goldene Kamera in der Kategorie Bester Schauspieler national verliehen. Im selben Jahr wurde Matthes für seine Rolle in der Fernsehproduktion Bornholmer Straße mit dem Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen ausgezeichnet. 2017 spielte er die Hauptrolle in Rick Ostermanns Film Fremder Feind, mit der er erneut für den Grimme-Preis nominiert war. Von 2012 bis 2017 war Matthes außerdem Direktor der Sektion Darstellende Kunst an der Akademie der Künste in Berlin.

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Foto: Muhsin Akgun

Bige Örer ist seit 2008 Direktorin der Biennale Istanbul. Zuvor war sie ab 2003 Mitglied der Istanbul Foundation for Culture and Arts, wo sie an der Koordination von Kultur- und Kunstprojekten beteiligt war. Seit 2009 verantwortet Örer den türkischen Pavillon auf der Biennale di Venezia. Sie war zudem als Beraterin und Jurymitglied für zahlreiche internationale Kultur- und Kunstprojekte sowie als Expertin für die Europäische Union tätig. Neben ihrer kuratorischen Tätigkeit ist Örer Co-Autorin des Kinderbuches A Colourful Journey In A Time Machine: Istanbul Biennials for Children. Seit März 2013 ist Örer zudem Vizepräsidentin der International Biennial Association sowie Mitherausgeberin von deren Publikation PASS.