Jury

Im Februar 2021 traf sich die erste Jury für den Preis der Nationalgalerie 2021. Aus den zahlreichen für die Longlist vorgeschlagenen Künstler:innen wählte sie in intensiven Gesprächen vier Positionen aus, die sie als wichtige und wegweisende Akteure in der gegenwärtigen künstlerischen Landschaft erachtet. Diese vier Nominierten wurden am 10. März 2021  im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin bekanntgegeben. Ihre gemeinsame Shortlist-Ausstellung mit aktuellen Werken wird  am 16. September 2021 bis 27. Februar 2022 im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin zu sehen sein.

Eine zweite Jury wird aus den nominierten Künstler:innen die:den diesjährige:n Preisträger:in auswählen. Mehr zum Procedere des Preis der Nationalgalerie erfahren Sie hier.

Erste Jury

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Foto: China Hopson

Seit November 2020 ist Adam Budak Direktor der Kestner Gesellschaft Hannover. Zuvor war er als künstlerischer Direktor der Nationalgalerie Prag (2014 – 2020), als Kurator für zeitgenössische Kunst am Hirshhorn Museum and Sculpture Garden (Washington DC; 2012 – 2013) sowie am Kunsthaus Graz (Universalmuseum Johanneum, Österreich; 2003 – 2011) tätig. Budak hat zahlreiche Ausstellungen kuratiert, darunter die Manifesta 7, Trentino Alto Adige (2008), den polnischen Pavillon auf der Architekturbiennale in Venedig (2004) sowie den estnischen Pavillon auf der Kunstbiennale in Venedig (2013), zwei Ausgaben der Prague Biennale, drei Ausgaben der Biennale Gherdëina und der Trienala Ladina. Eines seiner letzten Projekte ist eine retrospektive Ausstellung zu Adrian Paci in der albanischen Nationalgalerie in Tirana (2019). Budak interessiert sich insbesondere für Interdisziplinarität in der zeitgenössischen Kunst und die Ontologie des Bildes.

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Foto: privat

Andrea Lissoni ist künstlerischer Geschäftsführer am Haus der Kunst in München. Er hat Moderne Kunstgeschichte an der Universität Pavia studiert und wurde an der Universität Udine sowie an der Université Paris 1 promoviert. Lissoni war Professor an der Accademia di Belle Arte di Brera in Mailand (2001 – 2013) und an der Università Bocconi (2007 – 2013) in Mailand. Er sitzt im Vorstand von Film London und ist Vorstandsmitglied des EYE Prize, Amsterdam. Er war zuvor Senior Curator, International Art (Film) an der Tate Modern (2014 – 2020) und Kurator am HangarBicocca, Mailand. Er ist Mitbegründer des unabhängigen künstlerischen Netzwerks Xing und Co-Direktor des internationalen Festivals Netmage in Bologna (Live Arts Week seit 2011). 2012 gründete Lissoni das Online-Kino Vdrome, das er seitdem mit Filipa Ramos betreibt. 2018 war er Co-Kurator der Biennale de l’Image en Mouvement The Sound of Screens imploding am Centre d’Art Contemporain Genève (OGR Torino, 2019). 2019 arbeitete er an der Eröffnung des CCA Tashkent, dem ersten öffentlichen Zentrum für zeitgenössische Kunst in Usbekistan, wo er die Einzelausstellung Qo’rg’on Chiroq von Saodat Ismailova kuratierte. Mit Nicholas Serota und Katy Wan war er Co-Kurator der Wanderausstellung Bruce Nauman (Tate Modern, 2020).

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Foto: James Gifford-Mead

Dr. Zoé Whitley ist seit März 2020 Direktorin der Chisenhale Gallery im Londoner East End. Als führender gemeinnütziger, von Künstler*inen gegründeter Raum unterstützt Chisenhale Gallery mit der Erteilung von Aufträgen die Produktion neuer Kunstwerke von aufstrebenden britischen und internationalen Künstler*innen. Im Jahr 2020 kuratierte Whitley die bei der Frieze London die thematische Gruppenausstellung Possessions, die sich mit Spiritualität und zeitgenössischer Kunst beschäftigte, und war Co-Kuratorin der Ausstellung Elijah Pierce’s America in der Barnes Foundation in Philadelphia. Zu den von ihr bisher kuratierten Ausstellungen zählen die Präsentation von Cathy Wilkes im Britischen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2019 und die preisgekrönte Ausstellung Soul of a Nation: Art in the Age of Black Power. Sie schreibt über zeitgenössische Künstler sowie über Designer des 20. Jahrhunderts, darunter auch ein Kinderbuch über Frank Bowling und ein demnächst erscheinender Titel in derselben Reihe über Sophie Taeuber-Arp.
Sie ist Mitglied des britischen Arts Council Collection Committee von 2020/21. Whitley ist im Vorstand von Creative Access, der einzigen Organisation in Großbritannien, die sich der Rekrutierung unterrepräsentierter Talente in der Kreativbranche widmet, und dem Decolonising Arts Institute an der University of the Arts London. Zuvor war sie unter anderem Senior Curator (Hayward Gallery), Kuratorin für internationale Kunst (Tate Modern) und Kuratorin für zeitgenössische Programme.

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Foto: Alexandra Ivanciu

Franciska Zólyom ist Kuratorin und Direktorin der GfZK – Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig. Gemeinsam mit Künstler*innen und Expert*innen (des Alltags) untersucht die GfZK gesellschaftliche Transformationsprozesse und transkulturelle Phänomene: Welche Resonanz erzeugt künstlerische Arbeit in dem kulturellen, politischen und ökonomischen Kontext, in dem sie stattfindet? Was können ästhetische Forschung und kritische Analyse zur Formulierung von individuellen und kollektiven Handlungsweisen und Haltungen beitragen? Viele kuratorische Projekte von Franciska Zólyom, etwa Little Warsaw: The Battle of the Inner Truth, Experimental Jetset: Provo Station oder Natascha Süder Happelmann: Ankersentrum, gehen diesen Fragen nach und entfalten sich in interdisziplinären und kollaborativen Prozessen. Gleichzeitig sind diese Projekte wichtig, um die Institution selbst und die Beziehungen, die die GfZK mit verschiedenen Akteuren eingeht, auszugestalten.