Förderpreis für Filmkunst

Um den Austausch zwischen der filmenden und der bildenden Kunst zu unterstützen, vergeben die Nationalgalerie und die Deutsche Filmakademie einen gemeinsamen Preis. Neben dem Preis der Nationalgalerie gibt es seit 2011 ebenfalls zweijährig auch den Förderpreis für Filmkunst.

Der Regisseur/die Regisseurin sollte unter 40 Jahre alt sein sowie in Deutschland leben und arbeiten. Der Film darf zudem nicht älter als drei Jahre sein. Filme jeder Länge (ab einer Minute Laufzeit) sind zulässig.

Zehn Mitglieder der Deutschen Filmakademie gehen auf die Suche nach Filmen, die sich zwischen den Welten des Kinos und der Kunst bewegen. Dabei ist nicht nur das einzelne Werk von Bedeutung, sondern auch das künstlerische Selbstverständnis und die persönliche Vision des Filmemachers. Die Filme werden über den Zeitraum eines halben Jahres gemeinsam gesichtet und diskutiert.

Aus dieser Shortlist ermittelt die erste Jury den Gewinner, der gemeinsam mit dem Preisträger des Preis der Nationalgalerie bekannt gegeben wird.

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Bastian Günther (Mitte), Gewinner des Förderpreises für Filmkunst 2015, zusammen mit Iris Berben und Edward Berger | Foto: David von Becker

Shortlist 2017

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Diese süße Wiese | Regie: Jasmin Preiß
Deutschland 2017; 71 Min.

Synopsis: Ich treffe den Künstler Karim Aouaj El Kasmi und bin fasziniert von der Schönheit eines verlorenen Menschen. Sein Wunsch, sich von den Beschränkungen des Alltags zu befreien manifestiert sich in einer exzessiven Suche nach einem selbstbestimmten Leben außerhalb der Norm.
Vita: Jasmin Preiß wurde 1984 in Bonn geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Düsseldorf. Im vergangenen Jahr schloss sie ihr Studium der freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf mit dem Akademie-Brief ab. Zuvor studierte sie Kommunikations-Design an der Folkwang Hochschule Essen.

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Ocean Hill Drive | Regie: Miriam Gossing und Lina Sieckmann
Deutschland 2016; 21 Min.

Synopsis: Ocean Hill Drive untersucht in dokumentarischen Bildern das seltene Phänomen des ‘shadowflicker’, welches sich aufgrund einer zu dicht platzierten Windturbine in einer Vorstadtsiedlung nahe Boston ereignet. Der pulsierende Schattenwurf dringt in die häusliche Sphäre verschiedener Eigenheime der us-amerikanischen Suburbia und bewirkt eine hypnotisierende Unterbrechung der gewöhnlichen Wahrnehmung des Raumes. Der sogenannte Flickereffekt, ein aus dem Kontext des strukturellen Experimentalflms bekanntes Motiv, taucht hier innerhalb dokumentarischer Aufnahmen verschiedener Wohnräume und Landstriche der amerikanischen Ostküste auf und stellt das soziale und psychologische Gleichgewicht der Nachbarschaft zunehmend in Frage. Der von einer Sprecherin aus dem Off vorgetragene Text setzt sich aus fragmentarischen Originalaussagen verschiedener Anwohner zusammen.
Vita: Lina Sieckmann und Miriam Gossing, geboren 1988, haben ihr Studium an der Kunsthochschule für Medien in Köln mit dem Diplom abgeschlossen und anschließend ein Gaststudium an der Kunstakademie in Düsseldorf absolviert. Sie haben bereits mehrere Experimentalfilme auf 16mm-Film realisiert. Ihre Arbeiten werden auf Festivals wie in Museen gezeigt (u.a. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Videonale, Indie Lisboa, Folkwang Museum, Anthology Film Archives New York).

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Das unmögliche Bild | Regie: Sandra Wollner
Deutschland / Österreich 2016; 70 Min.

Synopsis: „Die Erinnerung ist so unzuverlässig, dass man manchmal meinen könnte es wär die Zukunft“ – Johanna F.
Wien in den 1950ern. Eine Kindheit gebannt auf 8mm, festgehalten von der 13-jährigen Johanna. Eine Kindheit, wie sie hätte sein können. Fragmente einer Familiengeschichte von Familiengeheimnissen. Wir erleben einen Haushalt voller Frauen rund um die Großmutter Maria Steinwendner, die wöchentliche Kochklubs veranstaltet. Bloß gekocht wird nie … „Papa hat immer gesagt man muss schnell sein, wenn man was sehen will. Weil alles verschwindet“, sagt Johanna während sie eine tote Katze filmt. „Aber ich glaub das nicht. Ich glaub man muss nur lang genug hinschauen“. Und Johanna schaut lange hin. Bis sie plötzlich selbst gesehen wird.
Vita: Sandra Wollner ist 1983 in Leoben/Österreich geboren. Nach ihrem Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften arbeitete sie als Editorin und Regisseurin verschiedener Formate, später leitete sie die Postproduktion einer Wiener Produktionsfirma, während sie an eigenfinanzierten Projekten arbeitete. Seit 2012 studiert Sandra Regie für Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden- Württemberg.

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Vanatoare | Regie: Alexandra Balteanu
Deutschland 2016; 75 Min.

Synopsis: Drei Frauen, drei Schicksale. Lidia lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern am Rande von Bukarest und züchtet Tauben. Denisa hat einen Freund, der unbedingt neue Turnschuhe braucht. Und Vanessa will mit einer Annonce endlich den Mann ihrer Träume finden – aber nur, wenn er grüne Augen hat. Zusammen stehen sie jeden Tag unter der Autobahnbrücke, die Bukarest mit der nächsten Stadt verbindet. Während das Leben an ihnen vorbeirauscht, warten sie auf den nächsten Freier. Hier, zwischen den Betonpfählen, inmitten von Lärm, Dreck und Abgasen, vergehen ihre Tage mit bleierner Schwere. Ein Alltag, der geprägt ist von Angst, Unsicherheit und Gewalt. Eines Tages kommt es zu einer Konfrontation mit der Polizei, doch je mehr die Frauen ihre Lage erklären, desto mehr spitzt sich die Situation zu.
Vita: Alexandra Balteanu wurde 1982 in Rumänien geboren und lebt seit 2003 in Deutschland. Sie studierte Media Studies an der Bauhaus University in Weimar und nahm anschließend das Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin auf.